ALL EYES ON: RAWS


"RAWS" So lautet der Name von dem Berliner Stylewriter von der OFF und SBB Crew.

Wir haben mit Raws ein Interview geführt und wie immer eine riesige Ladung Fotos für euch!

Da dies der letzte All eyes On Artikel in diesem Jahr ist, bedanken wir uns bei allen Lesern und Anhängern und wünschen euch schonmal zum Jahreswechsel alles Gute!

Nun viel spaß beim Lesen, wünscht euch euer BerlinWriters Team!

 



Interview


Was sind deine Ziele im Bezug auf Graffiti?


Im Endeffekt ist der Weg das Ziel. Wohin der Weg führt weiß ich noch nicht. Es geht mir um den Spaß bei der Sache. Ich möchte noch mehr verrückte Leute kennen lernen und vielleicht auch weltweit reisen.

Ein Träumchen wäre es aber eigentlich schon, mit meiner Kunst soviel Geld zu verdienen, dass ich davon leben kann.


Sind deine Bilder im Voraus komplett durchgeplant oder entstehen auch, zumindest Teile des ganzen, spontan?


Also das einzige was wirklich immer geplant ist, sind die Farben. Manchmal hab ich im vorhinein bestimmte Ideen, die ich unbedingt mal umsetzen will, aber im Grunde geh ich immer Freestyle an die Sache. Ich sketche vorher auch nicht oder so, weil es mich langweilt ein Bild zweimal zu malen.


Erinnerst du dich noch, wie du das erste mal mit BERLINWRITERS in Kontakt gekommen bist?


Puuuhh..bestimmt bei unserem geliebten Facebook.


Du bist Berliner. Wie sehr hat dich diese stadtin deinen bildern beinflusst, und wie stehst du persönlich zu der Hauptstadt?


Also früher hat mich die Stadt und somit auch der Berlinstyle sehr beeinflusst, weil das einfach das war, was man gesehen hat. Im Internet ging es, als ich angefangen hab, noch nicht so ab wie heute. Heute kommt der Einfluss (durchs Internet) natürlich aus der ganzen Welt. Berlin ist einfach eine geile Stadt mit einer menge Möglichkeiten.

Leider gibt es viel zu wenig Flächen für die legalen Sprüher.


Wann kamst du das erste Mal mit Graffiti in Verbindung?
Das allererste Mal mit Graffiti in Verbindung bin ich tatsächlich durch die Schule gekommen. Ich hatte damals eine junge Lehrerin, die in der fünften Klasse eine Art Graffitikurs gemacht hat.

Später kam ich durch die Leute in meinem Umfeld wieder dazu.

Da gings dann vor allem ums taggen und bomben.


falls du dich erinnerst Wer hat dich Inspiriert?
Wie gesagt früher vor allem die Berliner wie Poet, Amok, Shek, Odem, Inka ect.. Natürlich hab ich auch Leute, wie Loomit, Cantwo, Atom oder Kent extrem gefeiert.
Heute inspirieren mich vor allem die grafischen Sachen. Dems, Pant, Puaks und Satone könnte man da z.B. nennen.

Was bedeutet es für dich einen eigenen Style zu haben?
Das ist schon wichtig, sonst wären die Arbeiten ja austauschbar und langweilig. Ich will auch nicht, wie der oder der malen. Da hör ich mir lieber an, dass ich immer das gleiche male und weiß, dass ich anscheinend wirklich langsam einen eigenen Style entwickelt habe.

Wo siehst du dich selber bei der Stylefindung?
In dem, was ich zur Zeit mache, komme ich ab und zu (definitiv nicht immer) an den Punkt, wo ich wirklich zufrieden bin. Dennoch will ich mich durch neue Einflüsse weiter ausprobieren. Vielleicht noch abstrakter werden, mit Typo arbeiten, grafische Elemente. Ich glaube da kann ich noch einiges rausholen. Rein vom Style bin ich wie gesagt für mich selbst ziemlich zufrieden.

Kannst du deinen Style in ein paar Worten umschreiben?
Klar, sauber, grafisch. Proportionierte Buchstaben, die mit Elementen umbaut einen kompakten Gesamteindruck geben. Ab und zu kommen ein paar Pfeile dazu. Gute Farbkombos sind mir auch wichtig. (Gelingt natürlich nicht immer:))

Was bedeutet Graffiti für dich?
Menschen treffen, Ausgleich, Entspannung, Abwechslung und natürlich kool sein.

Was für Musik hörst du beim malen?
Hip zum Hop. Meistens deutsch.




Was hat sich deiner Meinung nach verändert?
dein Statement zur aktuellen graffiti szene.


Ich hab das Gefühl (zumindest in meinem Umfeld), dass Graffiti zu meinen Anfängen von jedem ausgeübt wurde. Bei uns gab es fast mehr Crews als Writer. Heute gibt es glaube weniger junge Leute, die damit anfangen.

Ich glaube die haben andere Interessen, als rauszugehen und Scheiße zu bauen.

Ansonsten natürlich das Internet. Facebook und Instagram sind Plattformen, die auch für Sprüher extrem wichtig geworden sind. Das war früher anders. Da gab es die Magazine oder du fährst halt selber rum, um was geiles zu sehen.

Du bist Berliner. In welchen Städten außerhalb warst du schon aktiv?


Bis jetzt leider nur Deutschland. Dresden, Leipzig, Stuttgart, Halle, Koblenz fallen mir auf anhieb ein. Das wird sich aber definitiv die nächsten Jahre ändern.

Wie wichtig ist es dir, dass andere deine Sachen sehen?


Ach das ist mir scheißegal, deswegen lade ich ja auch nichts bei Facebook oder Instagram hoch. Ich male ausschließlich für mich allein.

Was gibst du der jüngeren Generation mit auf den Weg?


Immer am Ball bleiben. Malen, malen und nochmals malen. Der Rest kommt von allein. Und lasst euch nicht von irgendwelchem Gerede beeinflussen. Die Graffitiszene ist schlimmer als nen Kaffeekränzchen bei Omma. Neid und Missgunst gibt es zuhauf.

Was ist dir im Leben wichtig?


Mir ist wichtig das machen zu können, worauf ich Bock habe. Toleranz und Respekt sind mir wichtig. Wenn ich die aktuellen politische Diskussionen höre, bekomm ich das Kotzen. Frieden und Nächstenliebe, egal woran du glaubst oder wie du aussiehst.



Nun zu deinem Film, für die Leser die es nicht wissen. Du hast ja im August den Kurzfilm "BERLINSTYLE" rausgebracht.

Wie genau kam es dazu den Kurzfilm "BERLINSTYLE" zu filmen?


Den Film hab ich im Rahmen meiner Abschlussarbeit realisiert. Es war das erste Mal, dass ich wirklich Zeit hatte ein etwas größeres Projekt umzusetzen. Ich wollte halt mal zeigen, wie die heutige legale Szene in Berlin aufgestellt ist. Mir war es wichtig einen Querschnitt zu zeigen. Vom Oldschooler "Dejoe" über die Newschool (Icke) und das Characterdesign (Stereoheat) bis hin zu einer schon sehr abstrakten Form (Base23). Ich wollte auch die Tendenzen und die Entwicklung zeigen.


Der Titel lässt ja viel Interpretationsspielraum. Wie bist du auf ihn gekommen?


Ich weiß, dass sich einige über den Titel aufgeregt haben. Im Endeffekt war das natürlich auch meine Intention. Denn diese Diskussionen erregen auch immer Aufmerksamkeit. Und ich will natürlich, dass so viel Leute, wie möglich meinen Film sehen. Dennoch muss ich auch ganz klar sagen, dass ich meinen Film nunmal auch als Einblick in den "Berlinstyle" verstehe. Denn Graffiti hat sich nunmal verändert und ist 2015 anders, als es 1989 war. Es gab ein paar Stimmen, die meinten, dass das im Film Zusehende kein Berlinstyle ist, ich halte aber dagegen, denn ich finde dass ist nunmal die aktuelle Richtung. Ob gut oder schlecht, kann jeder für sich entscheiden. Einfach eine Bestandsaufnahme. Ich wollte auch nicht die Geschichte des Berliner Graffiti erklären, da gibt es andere super Filme.



Wann hast du mit diesem Projekt angefangen? Und wie lange hat es im Endefekkt gedauert?


Ich habe im April 2015 ca mit der Planung angefangen und hab das Projekt im Juli mit der Abschlusspräsentation beendet. Der Film war übrigens auch für den Camgaroo Award nominiert




Nun zur letzen Frage. Wie wichtig sind dir "Tags" und "Handstyles" ?


Tags und Handstyles sind schon wichtig.

Früher war mir das noch wichtiger, da hab ich ja hauptsächlich auch nur geschmiert.

Heute feier ich gute Tags total, muss aber sagen, dass es da definitiv Leute

gibt, die viel besser sind als ich.

Ich nutze das nur als letztes Element in meinem Bild.


Grüße gehen raus an:


grüße gehen an meine crewhomies und graffitiatzen.

 





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Raws hat uns dieses schöne Schmuckstück designt. Ab jetzt erhältlich in unserem Online Shop!
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