ALL EYES ON: KOSEM

April 2015
April 2015

Interview

Für unser nächstes "all eyes on" haben wir mit dem Berliner Graffiti Writer Kosem von der Crn Crew ein Interview geführt.

Wer hat dich anfangs inspiriert?

 

Inspiriert haben mich in erster Linie die New Yorker Sachen von z.B. Dero, Part, Skeme u.s.w.

Im Grunde die Sachen, die man so aus den 80ern und 90ern aus New York kennt und damals schon was die Qualität der Buchstaben angeht, sehr viel weiter waren, als heute viele Sprüher. Sonst hat mich natürlich auch stark die Berliner Szene inspiriert. Hier aber auch hauptsächlich diejenigen, die diese typische New Yorker Linie verfolgt haben oder nicht ganz davon abgekommen sind. Z.B. Gone & Sky, Poet, Phos4, Nick, Try oder auch Angry und die OBS- Sachen. Es gibt viele gute Sprüher, allerdings noch viel mehr was mir nicht zusagt. Aber das ist ja auch nur meine subjektive Sichtweise.

 

Was bedeutet es für dich einen eigenen Style zu haben? Wo siehst du dich selber bei deiner Stylefindung?

 

Ein eigener Style ist das Ergebnis aus der Erfahrung die man gesammelt hat.

Am Ende hat jeder, der sich ständig mit Graffiti beschäftigt hat und nicht die ganze zeit nur abmalt, einen eigenen Style. Man muss sagen das natürlich alles aufeinander aufbaut und sich dann auch teils als Selbstläufer entwickelt, anderseits sollte man hier eine klare Grenze zwischen „ich lass mich inspirieren“ & „Byten“ziehen.
Das ist zumindest meine Erfahrung. Anfangs hatte ich auch ein viel größeres Spektrum an Graffities, die ich gut fand.

Mittlerweile hat sich da mein Horizont klar verschoben und ich mag viele Graffitis und Style-Richtungen gar nicht mehr. Dazu gehören auch so 3D- Graffiti und Tribal-Zeugs. Ich steh echt fast ausschließlich auf den Oldskool- und Style-writing-Bereich.

 

Kannst du deinen Style in ein paar Sätzen umschreiben?

 

Ein Mix aus Oldskool & Newskool, mit klassischen Elementen. Die Buchstaben haben oberste Priorität.

 

Was ist dir wichtig an einem guten Piece?

 

Ein gutes Piece kann sowohl ganz einfach sein, als auch ausgeschmückt und mit vielen Elementen und Extras. Es kommt mir auf den Swing an und wie die Buchstaben zusammenstehen und miteinander harmonieren. Das Optimum ist, wenn es frei aus dem Kopf kommt, ohne Skizze oder Vorgaben. Einfach das Beste mit den gegebenen Mitteln rausholen.

Was bedeutet Graffiti für dich?

 

Graffiti ist für mich Style, Eleganz, Harmonie, Subkultur, Action, Stress, Ärger, Freude, Weiterentwicklung, ausbrechen aus der Realität, innerer Ausgleich und eine brotlose und unterschätze Kultur.

 

in welchen Städten ausserhalb Berlins warst du schon aktiv?

 

Die letzten Trips gingen nach Göttingen und Neapel.
Ansonsten war ich ein paar mal in Nürnberg.

 

Statement zur aktuellen Graffitizene in Berlin? Was hat sich verändert?

 

Ich muss sagen, Berlin hat sich stark verändert in den letzten Jahren.  Mein Eindruck ist, dass die Qualität stark abgenommen hat und vor allem Quantität zählt. Aber da bin ich sicher nicht der erste, dem das auffällt. Bis auf einige Ausnahmen, gibt es oft nur noch langweilige Bilder zusehen. Mir gefallen viele Sachen gar nicht bzw. nerven mich einige Graffitis sogar richtig. 
Vielen Bildern fehlt einfach der Flow und die Harmonie. Als ob sich keiner mehr Gedanken über Style macht.. Nach dem Motto: Hauptsache irgendwie krass sein und sprühen. Was Graffiti aber eigentlich ausmacht, nämlich dass die Buchstaben tanzen, so dass dir einer abgeht, ist scheinbar größtenteils nebensächlich geworden.
Trotzdem gibt es auch immernoch vieles was mich wirklich umhaut, wo Qualität und Quantität stimmen.. gerade auch in meiner Stadt.

 

Wie bist du auf deinen Namen gekommen?

 

Wie ich auf Kosem gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr richtig. Ich glaube mir haben einfach die Buchstaben gefallen. Es gibt keine wirkliche Bedeutung... Passt einfach.


Du bist ein Teil von der... Crew.

 

Ich bin seit vielen Jahren bei der CRN Crew.Und seit ein paar Jahren mach ich mit Somer, Aids, Lost, Daser, Owee und Grek NFK. Zwei Koole Crews mit Koolen typen.

 

Was war das gefährlichste, dass dir bisher beim Graffiti writing passiert ist?

 

Das gefährlichste weiß ich nicht. Es gab ein paar heikle Situationen, in denen man rennen musste oder sich verstecken. Des öfteren hat es leider auch nicht geklappt und die Cops waren schlauer oder schneller. Von daher hab ich mich dann auch mehr dem Hall- malen unterworfen.

was gibst du der jüngeren Generation mit auf dem Weg?

 

Was soll man sagen.. Es ist wie mit jedem Hobby oder jeder andern Sache sie man macht. Wenn man mit Liebe dabei ist und sich Ziele setzt, dann kann man auch irgendwann freshe Sachen an die Wand bringen. Man muss dabei bleiben und darf vor allem nicht erwarten, dass man nach einem Jahr malen die freshsten Pieces an die Wand bringt. Immer schön trainieren!


welche Musik hörst du gerne beim malen?

 

Mit Musik läuft fast alles besser.. Ich höre gern Musik beim malen. Hauptsächlich HipHop-Zeugs, aber auch gerne mal Jazz, Elektro und Funk.


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Beste Grüße gehen an meine Crews NFK und CRN, an alle die mich kennen und schätzen- Freunde, Homies, Familie u.s.w.. und an mein Mädchen Nina alias Mrs. Serious!

 

All eyes on ist ein Projekt von Berlinwriters.com


Limitierte T-Shirts mit einem freshen Style von Kosem gibt es in unserem Shop!

 

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